Das Werkzeug für bessere Entscheidungen

Entscheidungsarchitektur ist die bewusste Gestaltung und Darstellung von Wahlmöglichkeiten mit dem Ziel bei der Zielgruppe die gewünschte Entscheidung zu bewirken. Oder ganz einfach: Helfen Sie Ihrer Zielgruppe sich für Sie, Ihre Dienstleistungen oder Produkte zu entscheiden!

Menschen brauchen insbesondere dann Unterstützung, wenn die zu treffenden Entscheidungen...

... schwierig sind: Das ist z.B. der Fall, wenn viele Faktoren/Informationen zu berücksichtigen sind und diese sich im Verlauf der Zeit zusätzlich noch verändern können.

... selten getroffen werden: Je häufiger Sie eine bestimmte Entscheidung fällen, desto kompetenter werden Sie darin. Viele Entscheidungen sind jedoch einmalig und können nicht verbessert werden.

... keine umgehende Resultate liefern: Oft werden die Folgen einer Entscheidung erst spät spürbar, oder es wird niemals offensichtlich, dass eine andere Entscheidung besser gewesen wäre.


Wissenschaftlicher Hintergrund

Seit über 200 Jahren lehrt uns die klassische Wirtschaftswissenschaft, dass der Mensch ein nüchtern kalkulierender und rational entscheidender Nutzenmaximierer ist. Adam Smith nennt ihn "homo oeconomus". Heute wissen wir, dass das Modell zu kurz greift und die Wirklichkeit zu ungenau resp. teilweise sogar falsch abbildet.

In den letzten 50 Jahren haben tausende Studien von Verhaltensökonomen und Entscheidungspsychologen beweisen können, dass Menschen irrational handeln und systematische Entscheidungsfehler begehen. Diese Entscheidungsfehler sind heute gut erforscht und dadurch vorhersehbar geworden. Dank kluger Wahlmöglichkeiten und einer professionellen Entscheidungsarchitektur lassen sich bessere Entscheide bewirken und Entscheidungsfehler reduzieren. 

In bereits über 20 Ländern u.a. in Grossbritannien (sog. "behavioral insights team" seit 2010) oder in den USA (sog. "Nudge Unit" seit September 2015) arbeiten Verhaltensökonomen daran, Gesetze nach den Erkenntnissen der Verhaltensökonomie auszugestalten, um den Menschen zu helfen bessere Entscheide zu treffen und ihre Ziele besser zu erreichen, um letzen Endes die Wohlfahrt der gesamten Bevölkerung zu steigern.


Definition Entscheidungsarchitektur

Entscheidungsarchitektur ist die bewusste Gestaltung von Wahlmöglichkeiten (Optionen) sowie deren Präsentation gegenüber der Zielgruppe mit dem Zweck, die Entscheidung der Zielgruppe zu beeinflussen. Am Einfachsten kann dies mit einer durchdachten Anzahl an Optionen erfolgen oder der Art wie die Attribute der Optionen beschrieben werden. Auch das Vorhandensein einer Standardoption (Default) kann das Verhalten resp. den Entscheid der Zielgruppe verändern. Gleiches gilt für die Reihenfolge, in welcher Optionen vorgestellt werden.

Das Ziel der Entscheidungsarchitektur besteht darin, Zielgruppen (Lieferanten, Mitglieder, Mitarbeiter, Wähler, Bewohner, Kunden, etc.) zum gewünschten Verhalten resp. zu besseren Entscheidungen zu bringen, beispielsweise wenn es um ihre Vorsorge, gesunde Ernährung, Organspende, Energieverbrauch, Umweltverschmutzung oder den Kauf eines bestimmten Produkts geht.  Die Anwendungsmöglichkeiten sind beinahe unbeschränkt.

Die zentralen Erkenntnisse der Verhaltensökonomie sind Grundlage der Entscheidungsarchitektur.

  1. Menschen treffen Entscheidungen meist auf Grundlage einer einfach verfügbaren Faustregel und nicht aufgrund einer Analyse aller Möglichkeiten. Die meisten Entscheide werden mehr intuitiv spontan als rational überlegt gefällt (vgl. Test Entscheidungstypen).
  2. Die Art wie eine Situation oder eine Entscheidung dargestellt wird, beeinflusst die Handlung/Entscheidung des Entscheidenden. Selbst Details können sehr ausschlaggebend sein.
  3. Menschen reagieren oft entgegen vernünftiger Erwartungen aufgrund Herdenverhalten und anderen gesellschaftlichen Kontaminationen (Habgier, Panik, Verlustangst, etc.).